Neuseeland

Milford Track - Soviel kostet Neuseeland's teuerster Wanderweg

Milford Sound Der Milford Track wird für Touristen ab 2018/19 nochmal deutlich teurer

Der weltbekannte Milford Track avanciert inzwischen leider zum kostspieligen Tramping-Vergnügen. Nun war die 54km lange 4-Tages-Wanderung schon vorher nicht gerade billig, aber ab 2018/19 wird es noch mal deutlich teurer. Ausländische Touristen zahlen für


​3 verpflichtende Hütten-Übernachtungen (doppelter Preis für Touristen, Kiwis bezahlen nur 70 NZD pro Nacht) ​420 NZD
​Busfahrt von Te Anau nach Te Anau Downs ​28 NZD
​Bootsfahrt zum Start über den Lake Te Anau​88 NZD
​Bootsfahrt am Ende von Sandfly Point nach Milford Sound​49,50 NZD
​Busfahrt von Milford Sound nach Te Anau​53 NZD


Macht zusammen stolze 638,50 NZD - wohlgemerkt pro Person!

Ich empfinde diesen Preis einfach als viel zu hoch, auch die Szenerie rechtfertigt nicht mehr die enormen Kosten. Mal ganz davon abgesehen, das Natur vom Grundsatz her allen zugänglich sein sollte. Günstigere Alternativen wie Zeltplätze sucht man vergebens, freies Zeltes ist nur 1.000 Meter vom Track entfernt erlaubt und daher keine Option. Und es sei denn der Milford Track wird vom Trailrunner an einem Tag ohne einen nächtlichen Zwischenstopp gelaufen, dann ist man an die drei Übernachtungen nacheinander in der Clinton Hut, Mintaro Hut und Dumpling Hut gebunden. 

Die Erwartungen an den Walk werden mit solch einer Preispolitik nach oben geschraubt, Enttäuschungen sind meiner Meinung nach vorprogrammiert. Es darf nicht vergessen werden, dass im Fiordland National Park bis zu 7 m Niederschlag im Jahr herunterprasseln und damit auch die Wanderung im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen kann. Trotz der hohen Kosten muss der Tramper mit Schlafsaalbedingungen im Sardinenformat klarkommen, Schnarchkonzert meist inklusive.

Erwähnt werden sollte allerdings, dass die doppelten Preise für Nicht-Kiwis vorerst nur im Rahmen der Saison 2018/19 getestet werden sollen, für die kommenden Jahre wird dann neu entschieden. Es ist aber davon auszugehen, dass die Gebühren für den Milford Track so hoch bleiben, denn die Termine Dezember und Januar waren trotz alledem bereits Minuten nach Freischaltung des Buchungssystems am 19. Juni 2018 größtenteils ausgebucht. Auch die restlichen Zeiten der Wandersaison füllten sich schneller als manch Konzertsaal eines Rockstars.


Aufstieg zum Mackinnon Pass, (C) Magnus Hedström


Ein ähnliches Zwei-Klassen-Schicksal hat übrigens auch die anderen beiden Great Walks im Fiordland ereilt: Die Hüttenübernachtungen auf dem Routeburn Track und Kepler Track kosten dem Wandertouristen ab Oktober 2018 130 NZD pro Person. Jedoch stehen im Gegensatz zum Milford Track günstigere Zeltmöglichkeiten zur Verfügung (40 NZD pro Person / Nacht), außerdem schlagen hier die Transportkosten nicht so stark bzw. beim Kepler Track gar nicht zu Buche (Ausgangsort Te Anau).

Für eine Übernachtung in einer der vier Hütten entlang des Abel Tasman Coast Track muss der Neuseeland-Besucher ebenso doppelt so tief in die Tasche greifen wie der Neuseeländer selbst, aber mit 75 NZD ist man noch verhältnismäßig günstig dabei.

Für alle weiteren Great Walks (Lake Waikaremoana, Tongariro Northern Circuit, Heaphy Track und Rakiura Track) bleibt alles beim Alten. Hier bezahlen alle das Gleiche: maximal 36 NZD für die schützende Hütte oder 15 NZD fürs Zelten.


Der Tongariro Northern Circuit bleibt erschwinglich wie zuvor, (C) Magnus Hedström

Außerhalb der Great Walks Saison vom 23. Oktober 2018 bis 30. April 2019 sind die Fiordland Tracks von Milford, Routeburn und Kepler wahre Schnäppchen - ganze 15 NZD müssen dann nur noch für die Hüttenübernachtung berappt werden. Wer sich jetzt schon voreilig freut, dem sei ein Wort der Warnung mitgegeben. Außerhalb der Wandersaison sollten die Tracks nur den erfahrenen Outdoorern unter uns vorbehalten bleiben. Die Liste an möglichen Gefahren und Einschränkungen ist groß: Kurze Tage, kalte Temperaturen, unzählige Lawinenzonen, demontierte Brücken, fehlende Transportmöglichkeiten, kein Wasseranschluss in den Hütten, kein DOC Hüttenwart ... trotz aller Geldeinsparungen sollte ein Start in dieser Zeit wohl bedacht sein.

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Mittwoch, 22. Mai 2019

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